Die Geschichte des Domes

Der innere Raum

Buntglasfenter

Das Kirchenfenster mit bunter Bleiverglasung ist ein Meisterstueck der Dekorkunst. Es weist eine darstellerische oder ornamentartige Komposition auf und besteht aus mit Bleileisten verbundenen Buntglasscheiben. Dies war bereits im alten Aegypten gut bekannt. In frueheren christlichen Kirchen fertigte man diese Dekorelemente aus fein geschliffenen Alabasterscheiben.

Im 10.—12. Jahrhundert erschienen Fenster mit vorwiegend blauer und roter Bleiverglasung in den Kirchen Deutschlands. Sie schufen eine geheimnisvolle und erhabene Atmosphaere. Die besten Kuenstler legten daran ihre Hand, darunter Albrecht Duerer.

Aehnlich wie alle mittelalterlichen katholischen Kirchen wurde auch der Dom mit Buntglasfenstern reichlich ausgeschmueckt, die nach der Uebernahme des Domes durch die lutherische Kirche als ein wichtiges Element der Innenausstattung beibehalten, zum Teil auch ersetzt wurden. Mit Sicherheit kann behauptet werden, dass zum Anfang des 20. Jahrhunderts alte Buntglasfenster sowie genaue Informationen darueber nicht mehr vorhanden waren. Historische Urkunden liefern ausserst karge Informationen, dass praktisch alle „Glasscheiben" 1902 erneuert worden seien. Ihre Thematik kann heute kaum nachvollzogen werden. Die Buntglasfenster im Hauptschiff bildeten wahrscheinlich Bibelmotive ab, was von bedeutenden Pers6nlichkeiten und Gesellschaftsgruppen der Zeit grosszuegig finanziert wurde. Stellt man sich vor den Altar und lasst seinen Blick von links nach rechts an den Fenstern des suedlichen und noerdlichen Schiffs entlang wandern, kommt es einem vor, als wurde man im Neuen Testament blaettern. Da sieht man „Die Geburt Christi", von der Familie Kalckstein gespendet.  Drei Freimaurerlogen hatten das Buntglasfenster „Die Taufe am Jordan" bestellt und bezahlt, was in Form eines kleinen Symbols unten am Bild vermerkt wurde. Im Auftrag von der Familie Schlobitten entstand „Die Bergpredigt", „Christus und Samariterin" — im Auf­trag von Graf Stolberg Wernigerode, „Der Heilige Petrus" wurde vom Grafen von Doehnhof gespendet.

Ferner folgte „Die Auferweckung der Tochter von Lazarus", finanziert vom Grafen von der Groben, der „Einzug Christi nach Jerusalem" wurde von Kaiser Wilhelm selbst gespendet. Im Auftrag des Grafen Lendorf entstand das Bild „Das Gebet Jesu" und das naechste — „Die Kreuzigung" — war Graf Eulenburg zu verdanken. Diese „Bibel fuer Arme" enthielt zum Schluss „Die Auferstehung Christi", gespendet von Graf Schlesien. Die Namen der Kuenstler, welche die Buntglasfenster im Dom geschaffen hatten, konnten noch ermittelt werden. Es waren der aus Muenchen eingeladene Meister Busch und Meister Linemann aus Frankfurt am Main. Die Buntglasfenster im Altarraum erinnerten an die Geschichte Preussens. Die Nordseite war den Domgruendern und den Hochmeistern des Teutonischen Ordens gewidmet, die im Dom beigesetzt waren. Die in Buntglasfenstern verewigte Geschichtsschreibung entfaltete sich von West nach Ost und berichtete in der Sprache der ritterlichen und kirchlichen Wappen von jeder bedeutenden Person. Als erste kamen, jeweils zu zweit in jedem Fenster, die Wappen von Johannes Clare und Luther von Braunschweig, in den nachsten Fenstem befanden sich ebenfalls zwei Wappen von Ludwig von Erlichshausen und Heinrich Reuss von Plauen, Heinrich Reffle von Richtenberg und Martin Truchsess von Wetzhausen, weiterhin Johann von Tieffen und Friedrich von Sachsen-Meissen. Die Buntglasfenster an der Sudwand wurden den im Dom beigesetzten Hohenzollern gewidmet. In West-Ost-Richtung kam als erstes das Buntglasfenster mit dem Wappen von Herzog Albrecht, gefolgt von Wappenbildern des Herzogs Albrecht Friedrich, des Markgrafen Georg Wilhelm und des Kaisers Wilhelm.

Das Orgelkomplex

Der Dom kann ohne Orgel nicht leben. Eine Orgel ist darin wie ein Herz. Die Geschichte des Orgelbaus ist mit dem Werden des Domes verbunden. In der deutschen Geschichte, während der ersten Schritten des Bau, gab es nur einige kleine Orgeln, und erst im XVIII Jh. wurde den Große Orgel   im Barocco-Stil gestellt. Nach dem Krieg, fängt neue Geschichte des Domes an und neue kleine elektronische Orgel erscheint, aber im 2007 zum ersten Mal klingte einheitlicher Orgelkomplex des Domes. Während der Bauarbeiten am Dom entstand die Idee, die alte Königsberger Orgel wiederaufbauen. Der damalige Präsident der Russischen Föderation, W. W. Putin, stimmte der Idee zu, als er 2005 in Kaliningrad war, und sicherte dafür Geldmittel zu.

Die Orgelpfeifen, Windladen und Gebläse, Ton-und Registertraktur der Orgel wurden von der Firma “Alexander Schuke Potsdam Orgelbau GmbH” gemacht die seit langem im Russland arbeitet. Insgesamt besteht die Orgel aus zwei miteinander verbundenen Orgeln: der Chororgel und der Großen Orgel. Den genauen Bauplan der Orgel hat die Kaliningrader Firma „Die Schmiede auf der Petschatnaja Strasse“ konstruiert. Alle Dekorationen der Orgel (Figuren, Muster u.s.w.) wurden von der Kaliningrader Möbelfabrik „Maxik“ übernommen. So entstand eine enge Kooperation zwischen Russland und Deutschland. Technische Angaben des neuen einheitlichen Orgelkomplexes (zwei Orgeln zusammen) des Domes machen einen Eindruck: Große Orgel hat 6301 Orgelpfeifer, Chororgel hat 2224 Pfeifer. Gemeinsame Quantität der Registern ist 122. Es gibt die am große Pfeifer (10,5 m) und kleinste (11 mm). Die Grosse Orgel hat vier Klaviatur und eine Pedal, Chororgel hat zwei Klaviatur und eine Pedal. Elektronik ist von „Otto Heuss“ gemacht.

Das ist an der großen Orgel der letzten Generation im Russland und Europe. Zwei Orgeln können zusammen und getrennt klingeln, sie sind verbunden wie kommunizierende Gefäße. Einige Monate dauerte die Intonierung der Orgel, die die deutsche Meistern H. Bayer, P. Peterson, R. Pietrusky unter der gemeinsamen Leitung von M. Schuke machten. Die Berechnung der Registernmensuren   ist von H. Scheffler. Die Montage der alle Holzdetalen und Muster wurden von kaliningradsche möbeln Fabrik „Maxik“ hergestellt. Junge Malerin O. Jarjomenko hat wie eine Kopie von königsbergischen Orgel die Zeichnungen wieder gemalt.

Über der Orgel findet man feuer-rote Vogel Phönix - ein Symbol der ewigen Wiederbelebung. Phönix ist wie ein Zeichen, der zum jeden Mensch sagt, dass im Herz der Leute noch etwas Gutes lebt.

Im Zentrum der Orgel ist die Figur der königsbergische Jungfrau Maria - Mäzenen des Domes.

Epitaphen

Ueber die Epitaphen

Der Dom stellt nicht nur ein Architekturdenkmal von Weltrang, sondern ein Memorial von europäischer Bedeutung dar. Der Gedanke ans Leben nach dem Tod prägte das mittelalterliche Bewusstsein der Menschen und ließ nach verschiedenen Formen für die Verewigung seiner selbst und seinen Angehörigen suchen, sei es ein Steinsarg, eine Gedenktafel oder ein Grabmal.

Das Wort „Epitaph" geht auf das griechische „epitaphos" zurück, was Grabplatte zu bedeuten hat. Es handelte sich dabei um eine Skulptur- und Textkomposition, welche eine schriftliche Ansprache an den Verstorbenen enthielt oder auch seine Worte an die Nachkommen. In solchen Inschriften waren nicht selten Geburts- und Todesdaten sowie Lebensetappen angegeben. Der Brauch solche Grabplatten mit Epitaphen einzurichten, setzte sich bereits seit grauen Vorzeiten durch. Sie gelten als die ersten schriftlichen Denkmäler der vergangenen Epochen.

Der Brauch findet heute immer noch Verwendung wenn auch in einer etwas geänderten Art. Im Dom fanden sich über Hundert Grabmale und Epitaphe, welche ein unterschiedliches Kunstniveau.

An den Aussenmauern

1. Epitaph: Ursula von Pudlitz.
2. Epitaph für Albrecht zu Kitelitz.
3. Epitaph: Zelestin Kowalewski, Doktor und Eheproffessor der Rechtswissenschaften der Universität in Königsberg.
4. Epitaph für Andreas Fabricius.
5. Epitaphen: Christophor Preus und seine Gemahlin Euphemie Stolpiana.
6. Epitaph: Matеhias Steuß.
7. Epitaph: Susanne von Kalckstein.
8. Epitaph: Johann von Kreutzen und seine Gemahlin Euphemie, geborene Domerau, 1575.
9. Unbekannt.
10. Epitaph: Sara Brigelia.

An den Innenmauern

Radzwills Epitaphen

Den Epitaphen an Innenmauern des Domes wurde von 1955 bis 1960 ein beträchtlicher Schaden zugefügt. Zu erwähnen sind die Reste des Epitaphs für den Fürsten Boguslaw Radziwill und seine Gemahlin Anna Maria, das Grabmal Herzog Albrechts und seiner Gemahlin, sowie von Ludger von Braunschweig.

Das Familienepitaph für den Fürsten Boguslaw Radziwill und seine Gemahlin, Fürstin Anna Maria, ist in Form zweier ovalen Medaillons mitten auf einer weißen Marmorplatte gearbeitet: von Anna Maria, am 24. März 1667 gestorben, und von Boguslaw Radziwill.

Das Fürstengeschlecht der Radziwills hat tief greifende historische Wurzeln nachzuweisen. Im 18. — 20. Jahrhundert waren sie Fürsten des Russischen Reichs und Preußens. Die Radziwills waren die größten litauischen Magnaten, zu deren Privatbesitz Schlösser, Grundstücke und anderes mehr gehörten.

Im Laufe des 16. — 19. Jahrhunderts kleideten die Radziwills die obersten staatli administrativen und militärischen Ämter. I größten Teil des Epitaphs macht die Aufzählt von Radziwills Titel selbst aus.

Das Familienepitaph von den Radziwi in den 60-er Jahren des 20. Jahrhund «zerstört, wurde vor kurzem wiederentdeckt im vorübergehend gelegten Fußboden Domes eingemauert. Nach der Restauration wird es an seinem alten Standort montiert. Die Inschrift ist in lateinischer Sprache fasst:

„Gott, dem allmächtigen und größten gewidmet. Anna Maria, Fürstin des vornehmsten Geschlechts der Radziwills, seine Frucht und Blüte vor der Zeit abgepflückt wurde. Die berühmteste, welche selbst einem großen Geschlecht Ehre gereichen wird“.

Kurz sind die Lebensjahre, lange wird schöne Andenken fort dauern. Eine Eleganz ohne Gleichen ließ ihre ausgeprägte Schönheit noch staunenswerter erscheinen. Vereinigung hat den Untergang herbei führt, unzählige Tränen und heißes Verlangen fanden ein Ende in der Trauerehe, letzte Tochter des Geschlechts, endlose Ti er und verlorener Trost entschlief in Königsberg am 24. März 1667. Der allbekannt! und vornehmste Fürst Boguslaw Radziwill in Gottes Gnaden Fürst von Birschi, Dubinki, Slutzk und Kopyl, des heiligen römisch Reichs, Verwalter von Nevel und Sebe: der Oberführer von Satbul, Präfekt Litau Gouverneur Preußens usw. ließ dieses Monument errichten."

Die Restauration wurde von Kunstakademie in Polen mit der Unterstutzung des „Kultur ohne Grenze“ Stiftung gemacht.

Epitaphe für Herzog Albrecht

Von besonderer Bedeutung war das Grabmal von Herzog Albrecht I. von Brandenburg.

Albrecht war der Sohn des Markgrafen Friedrich von Ansbach, der dem Hohenzollerngeschlecht entstammte, und der Schwester polnischen Königs Sigismund. Er kam im Jahre 1490 in Ansbach auf die Welt. In die Familie des Friedrich von Ansbach wurden 171 der geboren. Albrecht war das achte Kind erwarb eine für damalige Verhältnisse relativ gute siebenjährige Ausbildung im Schloss Brühl und Poppeisdorf.

1511 wurde Albrecht zum Magister Deutschen Ordens auserwählt.

Sein Motto lautete „Barmherzigkeit gegenüber dem Untertan, aber ein gnadenloser Kampf auf Leben und Tod gegen den Feind".

Herzog Albrecht starb am 20. März 1568 in Tapiau und wurde hinter dem Altar im Dom beerdigt. Er hat selbst den Platz seiner Grablegung bestimmt: "Wir haben für uns selbst und unsere geliebte Gemahlin und Kinder eine Beerdigung im Dom der Stadt Kneiphof-Königsberg ausgewählt".

Nach diesem Wunsch wurde der östliche Chorraum des Domes vom restlichen Raum durch eine dekorierte Metallgitter getrennt und „Fürstengruft" genannt.

In seinem Vermächtnis hatte der Herzog auch die Finanzierung der Grablegung vorgesehen. „ Für unsere Beerdigung, sowie die Pflege der Gruft soll jährlich, ununterbrochen und ewiglich von unserem Erbe eine Rente in Höhe von 100 Gulden, ausgehend von 30 Groschen pro Gulden, ausgegeben und zugestellt werden ". Dies war Besorgnis um den Schutz und die Erhaltung des Denkmals, welches Jahrhunderte überdauern sollte.

Restaurationsarbeit macht kaliningradsche Firma „OOO Gran Mar“, Direktor Beljaew I. A.

Kapellen

Ueber die Kapellen

Als 1992 eine Gruppe von Enthusiasten zum Dom kam, sah er traurig aus. Schutthaufen, von Pflanzen bewachsene Mauern, eingestürzte Gewölbe. Irgendwie musste man aber anfangen.

Die Finanzierung fehlte, nur wenige wollten aus reinem Enthusiasmus arbeiten oder mit der miserablen Bezahlung. Viele haben Geld versprochen, aber als es zum konkreten Beitrag kam, so senkte man vor Scham die Augen, murmelnd: Das Budget ist leer und es ist nicht zu helfen. Die Restauratoren begannen mit dem Einfachsten — mit der Säuberung der Raume im Turmteil und in der ehemaligen Konfirmationshalle. Den Schutt musste man im Laufe eines Monats wegschaffen.

Sogleich, ohne Hinweis von oben, beschloss man zwei christliche Kapellen zu gründen, eine orthodoxe und eine protestantische als Symbol der Versöhnung zweier Volker. Später fand diese Idee Unterstutzung auch in der Konzeption der Verwaltung über die Nutzung des Domes. Aber diese Konzeption wurde viel später ausgearbeitet und angenommen.

Orthodoxe Kapelle

Im linken Flügel des Doms befindet sich die orthodoxe Kapelle. Sie wurde  1994 vom Metropoliten des Baltikums und des Kaliningrader Gebiets, Pantelimon, zu Ehren des Heiligen Pantelimon eingeweiht. Die gesamte Ausstattung der orthodoxen Kapelle wurde nicht aus öffentlichen Mitteln, sondern aus Spendengeldern orthodoxer Gläubiger finanziert. Der Metropolit überwachte den Bau und leistete Hilfestellung in Fragen der funktionellen Anpassung der Innenausstattung an kirchliche Rituale und Kanone.  In der Kapelle gibt es eine Ikone der Gottesmutter Maria, die die Bezeichung «Unzerstörbare Mauer» trägt. Sie wurde nach einer Kopie des Mosaiks im Kiewer Sophiendom geschaffen, der im Russischen Altreich eine zentrale Bedeutung innehatte. Auf der Ikone sind neben der Gottesmutter auch der Heilige Pantelimon und der Heilige Nikolaus dargestellt. Außer der Ikone befindet sich in der Kapelle ein hölzernes Kruzifix. Es wurde im Auftrag des Kaliningrader Gouverneurs, L. P. Gorbenko, vom Bildhauer N.P. Frolow gefertigt. Diese wunderbare Arbeit ist in der Art der alten nordrussischen Holzschnitzerei gemacht. N.P. Frolow schuf auch das Buntglasfenster „Jesu Hinrichtung“ und die Ikone auf dem Buntglasfenster „Jesu Aufstehung“. Hier befinden sich viele altertümliche Ikonen: zum Beispiel, die einzigartige Ausgabe der Bibel,  die vom Direktor des Verlages « Jantarnyj Skaz », A. Mahlow, geschenkt wurde. Eine weiteres Schmuckstück der Kapelle ist das „Evangelium“, herausgegeben von der Zarendruckerei in der Zeit des Zaren Alexander II. Das ist Geschenk von I.A. Odinzov. Nach diesem Evangelium findet hier samstags der Gottesdienst statt. Die Priester sind aus der Kreuzkirche.

Lutherische Kapelle

Hier finden Gottesdienste, Taufen und Trauungen nach protestantischem Ritus statt. Die Kapelle ist außerdem ein Informationszentrum. Die Besucher können sich hier über die Geschichte des Luthertums in Königsberg und in Preußen sowie über die moderne Geschichte und Entwicklung der lutherischen Gemeinden im Gebiet informieren. Im Raum der protestantischen Kapelle wurden Gebeine gefunden, größtenteils von Kindern. Deshalb wurde  ein schlichtes hölzernes Kreuz dort aufgestellt. Auf Initiative des Kaliningrader Schriftstellers, Juri Ivanow, wurden Spenden gesammelt, um das bisher eher einfache Kreuz durch ein größeres zu ersetzen. Das Kreuz erinnert heute an die Opfern des Krieges, insbesondere Kinder. Die gefundenen Gebeine wurden an der Südmauer des Doms beigesetzt. Ein steinernes Kreuz weist diesen Ort heute aus. In der protestantischen Kapelle sind Glasmalereien zu historischen Themen angebracht. Es sind der böhmische König, Ottokar II., der Hochmeister des Deutschen Ordens, Hermann von Salza, und die Reformatoren, Martin Luther und Philipp Melanchthon, dargestellt.

Glocken

Die Glocke ist ein musikalisches Instrument, gegossen aus Metall in Form eines umgekippten hohlen Gefäßes mit von innen aufgehängten „Klöppel" — Schlager. Über eine längere Zeit hinweg spielt Glocken eine große Rolle im Leben der Menschen. Man gab ihnen Namen und feierte Glockenweihen. Das Glockengeläut bekundete Feierlichkeiten und Siege, warnte aber auch Gefahr und Unglück. In Russland (und nur dort) wurden die Glocken für böse Nachrichten sogar bestraft: sie wurden von Glockentürmen gestürzt, ihrer Klöppel entrissen und die Glocken selbst zu Kanonen umgegossen. In vielen Ländern, insbesondere im Osten, wurdedem Glockenklang abschreckende Wirkung gegen Teufel und allerlei böser Geister zugesprochen, sie sollten auch angeblich Städte und Wohnhäuser vor Schicksalsschlag behüten. Überdies spielten die Glocken in unter-schiedlichen Kulturen eine Rolle als rituelle Musikinstrumente, deren Klang sowohl Menschen als auch übersinnliche Wesen zusammenrief. In Ostasien ließ man die Glocken mit Hilfe eines speziellen Schlagstabs ertonen. In der katholischen Kirche mussten die Glocken am Karfreitag schweigen, wenn sie dennoch plötzlich erklangen, galt das entweder als Zeichen der Freude oder des Unglücks. In Japan beschützten die Glocken den Eingang zu sakralen Räumen. Die erste und größte Glocke wurde erst etwa 100 Jahre nach dem Dombau im Nord-Turm aufgehangt — im Jahre 1492. Sie wies eine beeindruckende Größe auf: 6 Fuß und 6 Zoll hoch, 6 Fuß und 2 Zoll im Durchmesser. Wenn der Glockenklöppel in Bewes kam, schwebte über der Stadt ein gewaltiges tiefes Gelaute. Die dadurch verursachten sonanzeffekte schadeten dem Mauerwerk darum wurde die Glocke bis 1886   gelautet. 1886 verbesserte sich die Lage, all Zuge der Restauration die Dommauern befestigt und die Resonanzfrequenzen verändert wurden. Nach dem Abschluss der Restauration war das Lauten der Glocke ziemlich oft zu hören. Obwohl die Glocke vor 1886 hauptsächlich schwieg, genoss sie bei den Stadtbewohnern sehr große Popularität und wurde liebevoll „Großvater" genannt. Der Name geht auf das Jahr 1544 zurück als alle Türme bis auf den i nördlichen abgebrannt waren und somit die Gl verschont blieb. „Der Großvater" war prachtvoll verziert und zeigte die hervorragende Kunst Glockengießer, deren Namen leider unbekannt blieben. An der Außenoberfläche war die Heilige Maria mit einem Kranz auf dem Kopf und Christuskind im Schoß abgebildet. Nach der Montage wurde die Glocke feierlich eingeweiht. Im Sudturm erschien die erste Glocke erst 1680. Das war eine „Uhrzeitglocke", die jede Stunde schlug. Ebenfalls im 17 Jahrhundert wur­de dort noch eine Glocke installiert, die jede Viertelstunde schlug und sich bis 1833 im Sud­turm befand. Im 17. Jahrhundert wurde eine mechanische Turmuhr eingebaut, die mit der „Stunden-" und „Viertelstundenglocke" verbunden war. Die dritte Glocke wurde 1736 von Andreas Dorling gegossen. Ebenfalls im 17. Jahrhundert kam auch die vierte Glocke dazu. Laut historischen Urkunden sollen 1941 bzw. 1944 alle Glocken des Domes demontiert und nach Deutschland (Hamburg) zum Umschmelzen ausgeführt worden sein, wahrend die bronzenen Glocken anderer Kirchen unbeschädigt blieben. Die offenbare Sinnlosigkeit dieser Aktion lasst vermuten, dass die Glocken und der Dom auf diese Weise für etwas „bestraft" worden sind. Beim Wiederaufbau der Domturme stellte sich selbstverständlich die Frage nach den Glocken und Uhren. Der erste Gedanke war natürlich der nach der Rückführung von verlorenen Glocken, denn es wurde bekannt, dass drei davon noch erhalten seien. Sie wurden nach dem Kriege in Hamburg, auf dem so genannten „Kirchenglockenfriedhof' wieder gefunden. Eine Glocke wurde später in der Westerwenkirche bei Bremerhaven, die andere — im Kloster Bursfelde, die dritte auf dem Turm des Burgschlosses an der Wupper aufgehangt. Die Bitte um Rückführung der Glocken an ihren ehemaligen Standort wurde abgelehnt, weshalb man eigene Mittel für das Gießen und die Montage neuer Glocken auftreiben musste. Gegen November 1995 wur­de das staatliche Dombauunternehmen „Kafedralny Sobor" ins Leben gerufen und die erforderliche Geldsumme für vier Glocken und eine Uhr samt Fertigstellung und Montage aus verschiedenen Topfen zusammen getragen.

Die Glocken wurden in Kaliningrad von ortsansässigen Künstlern geschaffen. Die erste, 1180 kg schwere Glocke klingt in G. Sie wurde nach dem Alexander Newski benannt. Der Große Fürst von Nowgorod und Wladimir hatte eine herausragende Rolle in der russischen Geschichte gespielt und indirekt die Gründung Königsbergs beeinflusst. Auf der Außenseite der Glocke ist ein Evangeliumsspruch eingeprägt: „Herr, klare meinen Verstand mit dem Lichte der Vernunft auf. An derselben Stelle steht auch, dass die Glocke „von dankbaren Bürgern Russlands gespendet" worden ist. Die zweite, 700 kg schwere Glocke nannte man „Peter der Große". Sie klingt in A. Darauf ist Peter der Große als Erinnerung an seine Besuche in Preußen und auf dem Kneiphof abgebildet. Die Glocke ist dem 300. Jubiläum der Russischen Flotte gewidmet. Darauf findet sich ebenfalls ein Hinweis darauf, dass die Glocke von russischen Bürgern gespendet worden ist. Zum Gießen der dritten Glocke verhalfen die Deutschen Burger, die ehemaligen Bewohner Ostpreußens. Sie ist 580 kg schwer und heißt „Kneiphof. Darauf sind die Namen der Spender und der Stempel des Begründers Königsbergs — König Ottokars — gegossen. Die vierte und die kleinste Glocke wiegt 200 kg und heißt „Kinderglocke", denn sie ist dem Andenken an im Kriege umgekommene Kinder gewidmet. Im September 1998 kamen im Türmchen auf der Dachspitze noch zwei Glocken dazu. Eine davon, 13 kg schwer, 220 mm hoch, misst im Durchmesser 210 mm und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gegossen. Die zweite stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist 26 kg schwer, 257 mm hoch und misst 235 mm im Durchmesser. Jede Stunde schlagen die vier Hauptglocken des Sudturms die Uhrzeit, indem die ersten Takte zur Beethovens Ode „Zur Freude" ertonen. Man h6rt das Glockengeläut auch jede Viertelstunde. Zwei kleine Glocken lauten um 8.05 Uhr und um 17.05 Uhr. Jedes Jahr, in der Nacht vom 28. auf den 29. August kommen alle Glocken zum Einsatz. Zur Erinnerung daran was 1944 dem Dom zu Teil wurde ertont ein alarmierendes Sturm-gelaut.

Die Glocken werden mit Hilfe von zwei Computern gesteuert. Diese sind mit einer Funksteuerung verbunden, welche das Funktionieren der Uhr kontrolliert.

Der aeussere Raum

Kants Grab

Kant ist tot, aber seine Gedanken und Werke leben weiter. Seine Antworten auf immer wiederkehrende Fragen haben geholfen  viele Probleme der Wissenschaften zu lösen. Nach seinem Tod im Jahre 1804 wurde Kants Körper zunächst im Gemeinschaftsgrab für Professoren im Königsberger Dom beigesetzt. Aber bereits nach wenigen Jahren fiel dieses Grab dem Verfall anheim.  Im Jahre 1809 wurde für Kant eine überdachte, auf Säulen ruhende Grabstätte außerhalb des Doms, die sog. „Stoa Kantiana“ errichtet. Sie existierte bis 1880 und musste danach abermals erneuert werden.  Das Denkmal in seiner heutigen Form wurde  von dem Architekten F. Lars erbaut. Es grenzte unmittelbar an den Dom an und hat an dieser Stelle den Zweiten Weltkrieg überlebt. Heute heißt der Ort „Mogila Kanta“, „Kants Grab“.

Albrecht Monument

Geboren wurde Albrecht am 17. Mai 1490 in Ansbach. Sein Vater war Friedrichs V. von Hohenzollern, Markgraf von Brandenburg-Ansbach. Seine Mutter Sophie war eine Tochter des polnischen Königs Kasimir IV. Jagiello.

Er wurde 1511 zum 37. Hochmeister des Deutschen Ordens gewählt, eine Würde, die er bis 1525 innehatte. Auf reichsdeutschen Beistand vertrauend, verweigerte er dem polnischen König den Lehnseid und ließ sich 1520 in einen Krieg mit Polen ein, der aber nach einem Jahr unglücklich für ihn auslief. Das war der letzte Krieg zwischen dem Orden und Polen. Der König von Polen bewilligte ihm einen vierjährigen Waffenstillstand, während dessen Albrecht in Deutschland verweilte. Hier wurde er 1522 während der Religionskämpfe in Nürnberg von Andreas Osiander für die Reformation gewonnen. Auf Luthers Rat legte er das Amt des Hochmeisters nieder und beschloss, den Deutschordensstaat in ein weltliches Herzogtum umzuwandeln, und die Reformation einzuführen. Vor seinem Onkel, dem polnischen König Sigismund I. legte Albrecht deshalb am 8. April 1525 in Krakau den Huldigungseid ab, in dem Albrecht Preußen als ein in gerader, männlicher Linie forterbendes Herzogtum zu Lehen nahm. Auf dem Landtag, der kurz darauf in Königsberg gehalten wurde, erklärten sich alle Stände, den mächtigen und aufgeklärten Bischof von Samland, Georg von Polenz, an der Spitze, für die Anerkennung des neuen Herzogs und für die Annahme der Reformation.

Albrecht setzte an die Durchführung seines Werkes alle Kraft. Sofort erschien eine neue Kirchenordnung und die Versuche des Deutschen Ordens, Albrecht wieder zu verdrängen, sowie die beim Kammergericht in Deutschland 1531 gegen den Herzog erwirkte Reichsacht hatten keine andere Wirkung, als dass dieser die Einführung der evangelischen Lehre und die Befestigung seiner Herrschaft umso eifriger betrieb. Das bedeutete das Ende des Ordensstaates in Preußen.

Ganz besonders förderte Albrecht das Schulwesen. In den Städten legte er lateinische Schulen an, gründete 1540 das Gymnasium in Königsberg und 1544 die dortige Universität (Albertina). Deutsche Schulbücher (Katechismen etc.) ließ er auf eigene Kosten drucken, und den Leibeigenen, welche sich dem Lehrgeschäft widmen würden, gab er die Freiheit. Von ihm stammt der Text der ersten drei Strophen des Kirchenliedes „Was mein Gott will, gescheh allzeit“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 364). Er legte den Grundstock zur königlichen Bibliothek, dessen 20 prächtigsten Bände er für seine Gattin Anna Maria in reinen Silber beschlagen ließ. Sie erhielt daher auch den Namen Silberbibliothek.

Heute steht das Monument auf die Kants Insel, wo das alte Gebäude der Universität Albertina gewesen war. Die Autoren sind: F. A. Morosov, A. N. Schevzov, “Schmiede auf Petschatnaja Strasse” (Leiter: V. Buterus).

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